Friedrich Nietzsche. Kritische Gesamtausgabe. KGW IX

Mit der Abteilung IX wird der Abschluß der Edition der Kritischen Gesamtausgabe der Werke Friedrich Nietzsches vorgelegt. Diese Abteilung enthält mit den Manuskripten zu »Der Wille zur Macht« den originalen philosophischen Hintergrund zu einem Werk, das als eine der wirkungsmächtigsten Fälschungen in die Geschichte der Philosophie eingegangen ist. Die Schwester Nietzsches, Elisabeth Förster, hatte aus dem Nachlaß der 1880er Jahre jenes vorgebliche Hauptwerk kompiliert und 1901 veröffentlicht. Mit der Edition der nachgelassenen Manuskripte aus der Zeit von 1885 bis 1889 wird editorisches und verlegerisches Neuland beschritten. Die Edition umfaßt die Aufzeichnungen Nietzsches aus der Zeit nach der Veröffentlichung von »Also sprach Zarathustra«. Die von Nietzsche in dieser Zeit benutzten Notiz- und Arbeitshefte werden integral veröffentlicht, vereinzelte – in anderen, schon früher beschriebenen Heften befindliche oder heute in Mappen gesammelte – Aufzeichnungen der letzten Schaffensperiode werden die Heftedition vervollständigen. Erstmals wird damit eine vollständige, editorisch erläuterte Dokumentation des Nachlaßmaterials auf eine Weise realisiert, in der der für Nietzsches Aufzeichnungen typische Notatcharakter erhalten bleibt. Während es in früheren Gesamtausgaben üblich war, die Aufzeichnungen in Vorstufen und Fragmente einzuteilen, um geglättete Lesetexte zu erstellen, wird in der vorliegenden Gesamtausgabe die originale Erscheinungsweise der Aufzeichnungen beibehalten. Die Abteilung IX erscheint seit 2001 in voraussichtlich 13 Teilbänden in Lieferungen von 2-3 Bänden, von denen neun Bände bereits erschienen sind. Um die Streichungen und verschiedenen Schichtungen der Originale nachzuvollziehen, wird mit fünf Farben gedruckt. So weit wie möglich gibt diese Edition damit die zahlreichen Überschreibungen, Korrekturen und Streichungen Nietzsches also auch im Druckbild wieder. Mit dieser Manuskriptedition wird die KGW in ihrem philosophisch rezeptionsmächtigsten und editionsphilologisch anspruchvollsten Teil zum Ende geführt. Die Publikationen des Nachlasses von 1885 bis 1889 werden der Nietzsche-Forschung eine verläßliche und transparente Interpretationsgrundlage bieten, die Denk-, Schreibe- und Werkzusammenhänge des Autors werden erkennbar. Zur Abteilung IX gehören auch die Abbildungen der Faksimiles der Manuskripte auf CD-ROM, die den Teilbandlieferungen beiliegen. Die Manuskriptedition wird im Rahmen des von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften betreuten Projekts »Der späte Nietzsche« durch ein Editorenteam in Berlin, Basel und Weimar erarbeitet.

Begründet von Giorgio Colli und Mazzino Montinari

 

Weitergeführt von Volker Gerhardt, Norbert Miller, Wolfgang Müller-Lauter und Karl Pestalozzi

 

Neunte Abteilung

Der handschriftliche Nachlaß ab Frühjahr 1885 in differenzierter Transkription nach Marie-Luise Haase und Michael Kohlenbach

 

Herausgegeben von Marie-Luise Haase und Martin Stingelin

in Verbindung mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

 

Bearbeitet von Marie-Luise Haase, Michael Kohlenbach, Thomas Riebe, Beat Röllin, René Stockmar und Daniel Weißbrodt

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© Daniel Weißbrodt